Erst nach einer sorgfältigen Konflikt-Analyse wird der Mediator eine Strategie für die Konfliktbearbeitung festlegen.

Für Konflikte, die sich auf den Eskalationsstufen 1 - 3 befinden, sind Moderation und Supervision geeignete Strategien.

Bereits ab Stufe 3 kann Prozess- begleitung, ab Stufe 4 auch die System-therapeutische Prozessbegleitung und ab Stufe 5 die klassische Vermittlung zum Einsatz kommen. Ab der Stufe 6, spätestens ab Stufe 7, also dann, wenn der Konflikt sich im “lose - lose”- Bereich befindet, sind Schiedsverfahren und Machteingriff die Mittel der Wahl.

Die Wahl der Konfliktbearbeitungsstrategie beinhaltet eine Entscheidung darüber, ob es sich im Rahmen der Mediation um non-direktive oder direktive Interventionen handelt. Dabei ist für jede Intervention zu unterscheiden nach Inhaltsbezug (I), Setting (S) und Methodenbezug (M).

Strategiemodelle trans

Moderation

In der Regel sehen die Konfliktparteien den Konflikt als ”rational und verbal lösbar”. Daher werden verhaltensorientierte Interventionen des Moderators eingesetzt. Der Moderator beschränkt sich auf das Beraten und kann zur richtigen Zeitpunkt sein Können als Experte demonstrieren.

Interventionscharakter: I: non-direktiv, S: non-direktiv, M: non-direktiv

Prozessbegleitung

Prozessbegleitung bedeutet für uns aktive, konstruktive und integrale Konfliktbehandlung. Aktiv, weil sie die Konfliktparteien befähigen soll, die Verantwortung für die bestehenden Konflikte zu übernehmen und selbst, aktiv an der Bewältigung der eigenen Probleme zu arbeiten. Konstruktiv, weil die Formen der Konfliktaustragung verändert werden sollen und integral, weil das gesamte Konfliktpotential bearbeitet wird.

Interventionscharakter: I: non-direktiv, S: non-direktiv, M: direktiv

System-therapeutische Prozessbegleitung

Die Konflikte haben zu einer existentiellen Erschütterung des Identitätskonzeptes der Hauptakteure geführt. Im Vergleich zur Prozessbegleitung, in der mit €žbewussten, im Zusammenhang mit bestehenden Krisen- und Konfliktsituationen stehende Schwierigkeiten gearbeitet wird, sind in der system-therapeutischen Prozessbegleitung ”€žunbewusste Blockaden, Einstellungen und Rollenmuster” Gegenstand der Interventionen.

Interventionscharakter: I: non-direktiv, S: non-direktiv und direktiv, M: direktiv

Klassische Vermittlung

Die Konfliktparteien sehen keine Möglichkeit mehr für eine kooperative Konfliktbehandlung. Als Vermittler kann der Mediator daher eigene Vorschläge einbringen.

Interventionscharakter: I: non-direktiv und direktiv, S: direktiv, M: direktiv

Schiedsverfahren

Durch ein Schiedsverfahren / Gerichtsverfahren sollen die Konfliktparteien zur Annahme einer verbindlichen Lösung geführt werden.

Interventionscharakter: I: direktiv, S: direktiv, M: direktiv und transparent

Machteingriff

Wenn die Konfliktregulatoren und andere Bemühungen um eine Beilegung des Konfliktes versagen, kann ein Machteingriff angebracht sein.

Interventionscharakter: I: direktiv, S: direktiv, M: direktiv

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Mediation

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Jörg-W. Wülfken
Mediator

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